Die »Lyrische Hausapotheke« ist Erich Kästners populärster Gedichtband. Hier sind seine poetischen Arzneien versammelt, süße und bittere, heitere und besinnliche. Den Einsamen kuriert Kästner mit Humor, den Verprellten mit Zorn, den Enttäuschten mit Gelassenheit.
Als Erich Kästner 1936 seine »Lyrische Hausapotheke« bestückte, lebte er seit drei Jahren in Unsicherheit und Angst. 1933 waren seine Bücher verbrannt und er mit Publikationsverbot belegt worden. Im Warschauer Getto erhielt Teofila Langnas vorübergehend ein dorthin gelangtes Exemplar der »Lyrischen Hausapotheke«. Sie übertrug es kalligraphisch und schmückte es mit farbigen Vignetten. Diese Abschrift schenkte sie 1941 Marcel Reich-Ranicki, ihrem Freund und späteren Mann, zu dessen 21. Geburtstag. Gemeinsam lasen sie deutsche Gedichte, als ihnen ein deutscher Tod drohte. Anläßlich des 80. Geburtstages von Teofila Reich-Ranicki am 12. März 2000 veröffentlicht die DVA Kästners Lyrikband in der von ihr aufgeschriebenen und aus dem Warschauer Getto herausgeschmuggelten Form als Faksimile-Druck. Gedichte, die nichts von ihrem Witz und ihrer Melancholie verloren haben in einer anrührenden Ausgabe, die auch ein zeithistorisches Dokument ist. Salomon Korn, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt, hat ein Nachwort geschrieben. Außerdem enthalten ist ein Auszug aus der Autobiographie »Mein Leben« von Marcel Reich-Ranicki, der die Umstände der Entstehung der Abschrift schildert.
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Die »Lyrische Hausapotheke« ist Erich Kästners populärster Gedichtband. Hier sind seine poetischen Arzneien versammelt, süße und bittere, heitere und besinnliche. Den Einsamen kuriert Kästner mit Humor, den Verprellten mit Zorn, den Enttäuschten mit Gelassenheit.
Als Erich Kästner 1936 seine »Lyrische Hausapotheke« bestückte, lebte er seit drei Jahren in Unsicherheit und Angst. 1933 waren seine Bücher verbrannt und er mit Publikationsverbot belegt worden. Im Warschauer Getto erhielt Teofila Langnas vorübergehend ein dorthin gelangtes Exemplar der »Lyrischen Hausapotheke«. Sie übertrug es kalligraphisch und schmückte es mit farbigen Vignetten. Diese Abschrift schenkte sie 1941 Marcel Reich-Ranicki, ihrem Freund und späteren Mann, zu dessen 21. Geburtstag. Gemeinsam lasen sie deutsche Gedichte, als ihnen ein deutscher Tod drohte.
Anläßlich des 80. Geburtstages von Teofila Reich-Ranicki am 12. März 2000 veröffentlicht die DVA Kästners Lyrikband in der von ihr aufgeschriebenen und aus dem Warschauer Getto herausgeschmuggelten Form als Faksimile-Druck. Gedichte, die nichts von ihrem Witz und ihrer Melancholie verloren haben in einer anrührenden Ausgabe, die auch ein zeithistorisches Dokument ist.
Salomon Korn, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Frankfurt, hat ein Nachwort geschrieben. Außerdem enthalten ist ein Auszug aus der Autobiographie »Mein Leben« von Marcel Reich-Ranicki, der die Umstände der Entstehung der Abschrift schildert.
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