Was läuft schief mit Amerika

Scott Bradfield & Manfred Allié & Gabriele Kempf-Allié

Language: German

Publisher: FISCHER Digital

Published: Nov 16, 2015

Seitenzahl: 213
Wörter: 55462

Description:

Mit diesem Bravourstück schwärzesten Humors, das den Charme von Hal Ashbys ›Harold and Maude‹ hat, setzt Scott Bradfield seine Erforschung kalifornischer Zu- und Umstände fort. Dabei läßt er die Zwillingsdämonen der amerikanischen Seele – freier Waffenbesitz und befreie deinen Geist – gegeneinander antreten.
(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)

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Emma O´Hallahan hat es endlich hinter sich gebracht. Nunmehr hat sie ihre lang ersehnte Ruhe. Keine Nörgelei mehr über ein nicht richtig gekochtes Frühstücksei, nie mehr durch lautes Radio-Geplärr gestört werden, kein "Glücksrad" mehr im Fernsehen ansehen müssen, nie mehr das öde Geschwätz hören müssen, das einen nicht die Bohne interessiert, kein Lamentieren über Dreckskerle, die es nur auf das eigene Geld abgesehen haben.

Kurz gesagt: Emma O`Hallahan hat es geschafft, ihrer fünfundvierzig Jahre dauernden, freiwilligen, unterwürfigen Erniedrigung, die im Volksmund Ehe genannt wird, zu entkommen.

Zugegeben, ganz elegant war ihre Lösung nicht, dafür aber äußerst effizient. Sie hat sich kurzerhand die Schrotflinte geschnappt und ihren Ehemann Marvin damit aus der Abteilung Leben entfernt und ökologisch sinnvoll im Garten entsorgt. Jetzt hat sie endlich Zeit dazu, ihren eigenen Gedanken nachzuhängen, Tagebuch zu schreiben, in Ruhe ein Mittagsschläfchen zu halten, ab und zu einen Brandy zu genießen, wenn da nur nicht die neugierige Nachbarin wäre. Im nachhinein gesehen hatte es diese aufdringliche Person wirklich nicht besser verdient; die Problemlösungen Emmas sind äußerst geradlinig und überraschend erfolgreich. So hat sie von einem Tag auf den anderen Grab Nr. 2 im Garten.

Scott Bradfield, ein junger amerikanischer Autor, 1955 geboren, hat mit Was läuft schief mit Amerika bereits sein zweites Buch auf deutsch vorgelegt.

Bradfield gelingt auf ganz unnachahmliche Art und Weise, Stimmen aus dem heutigen Amerika einzufangen. Es kommen vor allem Leute aus der unteren sozialen Mittelschicht zu Wort, und sie bringen ihre Sorgen und Probleme ohne großes Herumreden schnell und treffend auf den Punkt. Da gibt es keine unnötigen Längen oder umständlichen Erklärungen. Der Stil des Romans ist witzig und das Buch strotzt vor komischen Slapstick-Einlagen.

Es ist ein reines Lesevergnügen, die Abrechnung Emmas mit Mr. Miesepeter, ihrem toten Ehemann, zu verfolgen. Allein die kleine Lektion in Sachen Akupunktur, die sie ihm erteilt, oder ihre Thesen, nach wieviel falsch ausgedrückten Zahnpastatuben der Ehepartner das Recht hat, sich des anderen zu entledigen, das ist schon verblüffend und lohnt die Lektüre. --Manuela Haselberger

Kurzbeschreibung

Mit diesem Bravourstück schwärzesten Humors, das den Charme von Hal Ashbys ›Harold and Maude‹ hat, setzt Scott Bradfield seine Erforschung kalifornischer Zu- und Umstände fort. Dabei läßt er die Zwillingsdämonen der amerikanischen Seele – freier Waffenbesitz und befreie deinen Geist – gegeneinander antreten.
(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)