Richard von Weizsäcker: ein deutsches Leben

Gunter Hofmann

Language: German

Publisher: C.H.Beck

Published: Jun 15, 2010

Seitenzahl: 267
Wörter: 70980

Description:

"Der Präsident muss Orientierungshilfen geben in Zeiten der Ratlosigkeit, muss Schneisen schlagen in das Dickicht unserer Tage. Genau dies hat Richard von Weizsäcker (...) getan. Sein Menschenbild und seine Weltvorstellung wurzeln in einer tieferen Dimension, als das normalerweise bei Politikern der Fall ist, und wahrscheinlich wurde er gerade darum von allen akzeptiert."
Marion Dönhoff

Das Amt des Bundespräsidenten war Richard von Weizsäcker gleichsam auf den Leib geschneidert, und auch „außer Dienst“ ist er bis heute eine politische und moralische Instanz geblieben. Wie kaum ein anderer Politiker hat er es verstanden, das Ganze der deutschen Gesellschaft in den Blick zu nehmen, Stärken und Schwächen der bundesdeutschen Demokratie darzulegen und zugleich immer wieder integrierend zu wirken. Gunter Hofmann, langjähriger Chefkorrespondent der Wochenzeitung „Die ZEIT“, geht dem Lebensweg des Ausnahmepolitikers nach, schildert seinen familiären Hintergrund und die wesentlichen Stationen seiner politischen Karriere, aber er fragt auch einfühlsam nach der komplexen Persönlichkeit Weizsäckers, die sich nicht leicht auf eine Formel bringen lässt. So ist ein biographisches Portrait entstanden, das uns den Mann näher bringt, der – gemeinsam mit Helmut Schmidt – inmitten grassierender Politikverdrossenheit für viele Deutsche zum Inbegriff eines glaubwürdigen Staatsmannes geworden ist.

**

Amazon.de

„Der 8. Mai WAR ein Tag der Befreiung“ – Auch wenn nichts bleiben sollte -, diese klaren Worte, gehalten zum 40. Jahrestag des Kriegsendes, werden auf immer untrennbar verbunden sein mit dem Mann, dessen 90. Geburtstag wir heute feiern dürfen. Richard von Weizsäcker machte spätestens mit dieser Rede im Mai 1985 drastisch deutlich, dass das Amt des Bundespräsidenten bei weitem nicht die „machtlose Spitze war, auf die nichts zuläuft“, wie der Publizist Johannes Gross einst spitz befand. Von Weizsäckers Antwort war sowohl politisch-moralische Lehrstunde als auch Standortbestimmung, die Deutschland für immer und ewig ins Geschichtsbuch geschrieben wurde. Dafür und für sein durch ihn mitgeformtes, verändertes, aufgeklärtes und freundliches Deutschlandbild, wird dem Mann heute gedankt.

Gleich mehrere Publikationen erscheinen zum Jubeljahr des Bundespräsidenten, der – neben den Kanzlern Schmidt und Brandt -, den Deutschen bis zum heutigen Tag als Idealbild des weltoffenen, aufgeklärten Politikers gilt. Die gestandenen Journalisten Gunter Hofmann und Hermann Rudolph Richard von Weizsäcker. Eine Biographie durchmessen fast auf Augenhöhe die dynastisch lange Weizsäckerstrecke, während Friedbert Pflügers Innenansichten Richard von Weizsäcker: Mit der Macht der Moral, aus seiner Zeit als Pressesprecher des Bundespräsidenten von nicht wenigen Rezensenten süffisant der verengten und hingebungsvollen „Kammerdienerperspektive“ geziehen wurden.

Am Beispiel des berühmten „Wilhelmstraßenprozesses“, finden gar biographienübergreifende Gefechte statt. Überhaupt erscheint Vater Ernst von Weizsäcker als heimliche Schlüsselfigur bei Hofmann als auch bei Rudolph. Hitlers Staatssekretär der Jahre 1938 bis 1943, kein Regimefreund, aber auch kein Oppositioneller, wie Sohn Richard vage anmerkte, der als Hilfsverteidiger im Prozess gegen seinen Vater auftrat, erscheint als die große rätselhafte Wunde im sonst heilen Familienverband. Auch das zuweilen schwierige Verhältnis zum ältesten Bruder Carl Friedrich, der an der Seite Heisenbergs als Hitlers williger Atom-Saulus später zum Paulus der deutschen Friedensbewegung mutierte, wird bei beiden Biographen gestreift. Es ist ein langer Marsch durch die jüngere deutsche Geschichte, an der die „schwäbischen Preußen“ von Weizsäcker deutlichen Anteil hatten.und sie entscheidend mitprägten. Ausgerechnet ihr herausragendstes Mitglied tarnt sich heute zuweilen hinter der bescheidenen Berufsbezeichnung „Zeitzeuge“. Kein Chance. Richard von Weizsäcker wurde längst erkannt. Er war einer der besten, die wir hatten. Gratulation! –Ravi Unger

Kurzbeschreibung

"Der Präsident muss Orientierungshilfen geben in Zeiten der Ratlosigkeit, muss Schneisen schlagen in das Dickicht unserer Tage. Genau dies hat Richard von Weizsäcker (...) getan. Sein Menschenbild und seine Weltvorstellung wurzeln in einer tieferen Dimension, als das normalerweise bei Politikern der Fall ist, und wahrscheinlich wurde er gerade darum von allen akzeptiert."
Marion Dönhoff

Das Amt des Bundespräsidenten war Richard von Weizsäcker gleichsam auf den Leib geschneidert, und auch „außer Dienst“ ist er bis heute eine politische und moralische Instanz geblieben. Wie kaum ein anderer Politiker hat er es verstanden, das Ganze der deutschen Gesellschaft in den Blick zu nehmen, Stärken und Schwächen der bundesdeutschen Demokratie darzulegen und zugleich immer wieder integrierend zu wirken. Gunter Hofmann, langjähriger Chefkorrespondent der Wochenzeitung „Die ZEIT“, geht dem Lebensweg des Ausnahmepolitikers nach, schildert seinen familiären Hintergrund und die wesentlichen Stationen seiner politischen Karriere, aber er fragt auch einfühlsam nach der komplexen Persönlichkeit Weizsäckers, die sich nicht leicht auf eine Formel bringen lässt. So ist ein biographisches Portrait entstanden, das uns den Mann näher bringt, der – gemeinsam mit Helmut Schmidt – inmitten grassierender Politikverdrossenheit für viele Deutsche zum Inbegriff eines glaubwürdigen Staatsmannes geworden ist.