Krieg oder Frieden: Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens

Hamed Abdel-Samad

Language: German

Publisher: Knaur eBook

Published: Oct 4, 2011

Seitenzahl: 170
Wörter: 49092

Description:

Hamed Abdel-Samad war während des Aufstandes im Frühjahr 2011 in Kairo. Nun gibt er aus unmittelbarer Anschauung Auskunft über Ursachen, Ausbruch und möglichen Verlauf der arabischen Revolution, die von der bildungshungrigen Generation Facebook getragen wird. Seine Prognose alarmiert und gibt Anlass zur Hoffnung: Denn es liegt nicht zuletzt in der Hand des Westens, ob aus der Auflösung der arabischen Diktaturen die Chance auf ein gedeihendes, blühendes Miteinander von Abendland und Morgenland erwächst – oder ob in den destabilisierten Nationen Bürgerkriege und eine kollabierende Wirtschaft Hunderttausende, ja Millionen junger Menschen auf den Weg nach Norden zwingen, wo sie die überalterten Gesellschaften Europas zu überlaufen drohen. Abdel-Samads Botschaft ist klar: der Westen muss sich wirtschaftlich und politisch engagieren, um den Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive zu eröffnen. Dann gewinnen alle durch diese größte weltpolitische Erschütterung seit dem Fall des Eisernen Vorhangs.

**

Pressestimmen

"Abdel-Samad hält sich nur kurz bei den revolutionären Ereignissen auf. Er veruscht dafür, deren Triebkräfte aufzuspüren und vor allem auch die Revolution weiterzudenken. Schlüssig legt er dar, wie die Eroberung der arabischen Welt durch das Sat-TV (von zehn Sendern im Jahr 2001 auf 700 heute) und vor allem dessen politische Debatten den Boden für die Forderung nach mehr Teilhabe bereiteten. Gleichzeitig verschweigt er nicht die dunklen Seiten von al-Jazeera und dem saudischen Konkurrenten al-Arabiya, die "letztendlich in Geist und Logik der Diktatur gefangen" seien. Breiten Raum räumt Abdel-Samad auch der Muslimbruderschaft ein, die er kurze Zeit gar von innen kennenlernte."
Die Presse (A), 15.10.2011

"Sehr informativ und voll interessanter Denkanstöße."
sandammeer.at, 03.10.2011

"Hamed Abdel-Samad war einst ein Islamist. Inzwischen bekämpft der Publizist jedoch mit heiligem Furor das, wofür er einst stand. (...) Erist ein ägyptischer Salman Rushdie (...)"
Süddeutsche.de, 26.11.2013

"Als der Arabische Frühling begann, lernten die deutschen TV-Zuschauer einen anderen, deutlich ernsthafteren Abdel-Samad kennen. Als Experte vor allem für sein Geburtsland Ägypten erklärte er in Talkshows und Sondersendungen immer wieder, warum er die Aufstände im arabischen Raum für einen Glücksfall für die Demokratie halte, und warb leidenschaftlich um die Unterstützung des Westens. Auch nach dem Sturz des demokratisch gewählten Präsidenten Mohammend Mursi gar er sich hoffnungsvoll, dass Ägypten eine friedliche Zukunft bevorstehe.
Parallel zu seinen Fernsehauftritten, Vorträgen und Gastbeiträgen veröffentlichte Abdel-Samad mehrere Sachbücher zu den Themenkomplexen Islam und Arabischer Frühling. Dazu gehören "Der Untergang der islamischen Welt" sowie der autobiografisch geprägte Band "Mein Abschied vom Himmel"."
spiegel.de, 25.11.2013

"Hamed Abdel-Samad wurde 1972 in der Nähe von Gizeh geboren. Er war 23 als er 1995 nach Deutschland kam. Er spricht und schreibt besser deutsch als die meisten von uns. Er ist auch neugieriger. Wer von uns hat schon Englisch, Französisch, Politikwissenschaften, Shintoismus, Buddhismus und jüdische Kultur studiert? Das alles wäre nicht möglich, wenn Hamed Abdel-Samad nicht auch mutig wäre.
Sein Mut beginnt nicht erst, wenn er sich wehren muss gegen Feinde. Sein Mut ist jener, viel besungene, aber wenig praktizierte Mut gegenüber den Freunden. Der Mut, der dazu gehört sich loszusagen von seiner Umgebung, von Eltern und Verwandten. Diese Art Mut ist nichts, das man sich vornehmen, keine Tugend, die man erlernen kann. Meist ist sie ein Laster, jedenfalls ein Widerspruchsgeist, den man schon am Kind beobachtet.(...)
Wir wissen nicht, ob das Verschwinden von Hamed Abdel-Samad etwas mit seinem Mut, mit seiner Kritik an der Welt, in der er aufwuchs zu tun hat.(...)
Was immer der Grund für sein Verschwinden ist - wir wünschen uns, dass Hamed Abdel-Samad wieder auftaucht und dass er seinen klaren Verstand noch hat, damit er weitermachen kann, was er bisher getan hat. Auch uns auf die Füße zu treten."
Frankfurter Rundschau, 27.01.2013

"Im Frühjahr 2011 war Hamed Abdel-Samad in Kairo. Das war der Zeitpunkt, an dem dort die Menschen in Massen gegen die Mubarak-Diktatur auf die Straße gingen. Und es ist das Ereignis, dem im Buch der meiste Platz eingeräumt wird. Zu Recht. Denn Abdel-Samad berichtet nicht nur, sondern er bewertet. Er beschreibt nicht nur, was er sieht und erlebt; er ordnet es ein und setzt es in Zusammenhänge: historische und politische. Dabei kommt für den von den deutschen Medien abhängigen Beobachter manch neue Erkenntnis zu Tage. (...). Doch der Autor belässt es nicht beim Jammern, Warnen und Beklagen. Er macht Vorschläge und unterbreitet Ideen für eine Zukunft, von der sowohl der nordafrikanische Raum als auch Europa profitieren könnten. Das letzte Kapitel des Buches "Ein Marshallplan für die arabische Welt" befasst sich allein mit diesen Ideen. Vielleicht sollte dieses Kapitel hundertfach kopiert und an die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft verteilt werden. Denn ich meine, dass seine Vorschläge allemal wert sind, diskutiert zu werden. Alles in Allem: Ein gutes, gut lesbares und kenntnisreiches Buch. Und in jedem Falle eine Empfehlung für all die, die über den eurozentristischen Tellerrand schauen wollen und heute, ein Jahr nach der Revolution, begreifen wollen, was am Nil geschah und geschieht."
Humanistischer Pressedienst online, 04.01.2012

"Hamed Abdel-Samad gehört nicht zu jenen Autoren, die immer automatisch den Westen für alle Probleme der islamischen Welt verantwortlich machen. Er berichtete zu Hochzeit der Proteste in Ägypten mit Begeisterung über die Demokratiebewegung - aber er verweigert sich aller Augenwischerei: Es geht daum, dass die arabischen Länder ihre Autonomie gewinnen, und das geht nicht, wenn man stets Sündenbocke für Schuldzuweisung sucht."
Perlentaucher.de, 01.01.2012

"Er ist ein Wanderer zwischen den Welten. Er kennt die islamische und er kennt die westliche Welt. Seine Analysen sind bestechend."
Oldenburgische Volkszeitung, 31.12.2011

"Sehr informativ und voller interessanter Denkanstöße."
sandammeer.at, 03.10.2011

Kurzbeschreibung

Hamed Abdel-Samad war während des Aufstandes im Frühjahr 2011 in Kairo. Nun gibt er aus unmittelbarer Anschauung Auskunft über Ursachen, Ausbruch und möglichen Verlauf der arabischen Revolution, die von der bildungshungrigen Generation Facebook getragen wird. Seine Prognose alarmiert und gibt Anlass zur Hoffnung: Denn es liegt nicht zuletzt in der Hand des Westens, ob aus der Auflösung der arabischen Diktaturen die Chance auf ein gedeihendes, blühendes Miteinander von Abendland und Morgenland erwächst – oder ob in den destabilisierten Nationen Bürgerkriege und eine kollabierende Wirtschaft Hunderttausende, ja Millionen junger Menschen auf den Weg nach Norden zwingen, wo sie die überalterten Gesellschaften Europas zu überlaufen drohen. Abdel-Samads Botschaft ist klar: der Westen muss sich wirtschaftlich und politisch engagieren, um den Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive zu eröffnen. Dann gewinnen alle durch diese größte weltpolitische Erschütterung seit dem Fall des Eisernen Vorhangs.