Papillon

Henri Charriere

Language: German

Published: Jan 14, 1970

Seitenzahl: 769
Wörter: 211116

Description:

Der Erzähler Henri Charrière, wegen der Schmetterlings-Tätowierung am Halsansatz „Papillon“ genannt, hat 1967/68 in Caracas, wo er mit Frau und Tochter lebte, in 13 Heften, zgl. die Romankapitel, seine Erinnerungen an die schwerste Zeit seines Lebens aufgeschrieben: seine Verurteilung, die schweren Haftbedingungen in den Gefängnissen in Französisch-Guayana, Kolumbien und Venezuela, der Alltag der Häftlinge, mit Einblendung derer Kriminalgeschichten, die meist vergeblichen und die wenigen gelungenen Ausbruchsversuche sowie die Fluchtwege durch die Karibik. Dabei klagt er das harte System der französischen Justiz mit lebenslänglicher Verbannung in die Arbeitslager auf südamerikanischen Inseln an: „Ich bin lieber Sträfling als Gefängnisaufseher.“ (Kp. 6) Demgegenüber lobt der Erzähler die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der meist armen Bevölkerung, seien es europäische Kolonisten, Indianer, Schwarze, Asiaten oder Mischlinge verschiedener Ethnien, die den flüchtenden Schwerverbrechern vorurteilslos begegneten und ihnen eine neue Chance in ihrer Dorfgemeinschaft boten. Diese natürliche Humanität ist ihm am Ende seiner Odyssee wichtiger als das Leben in der industriellen Zivilisation Frankreichs, wo der Durst nach immer mehr Komfort „die Seele und das Mitgefühl, das Verständnis für andere [töte]“ (Kp. 13). Die Handlung beginnt 1932 mit seiner Verurteilung in Paris und endet 1945 mit seiner Freilassung in Venezuela.